Dramatische Töne
Musik der Sturm-und-Drang-Zeit
"Sturm und Drang" bezeichnet eine literarisch/intellektuelle Protestbewegung (ca. 1765-1785) gegen die Rationalität der Aufklärung und gegen die Unterdrückung der Individualität durch Staat, Kirche und Gesellschaft. Ihre Protagonisten wollten einen Lebensentwurf, in dem die Freiheit des Individuums in den Mittelpunkt rückte, und in dem Leidenschaft, Gefühle und Kreativität als wichtigste Elemente zur individuellen Selbstverwirklichung galten. Typische und bekannte Werke sind etwa „Die Leiden des jungen Werther“ (Goethe) oder „Die Räuber“ (Schiller).
Wiktoria Czyżewska
Im musikalischen "Sturm und Drang" wird die Regelhaftigkeit der Barockmusik durch Verwendung von neuartigen Instrumentierungen, ungewohnten Harmonien und grossen dynamischen und harmonischen Kontrasten aufgebrochen. Zu den bekanntesten Komponisten, die in bestimmten Phasen ihres Schaffens deutliche Einflüsse des Sturm und Drang zeigten, gehören auch Mozart, Haydn und Beethoven.
In unserem "Sturm und Drang" Projekt spielen wir Musik von weniger bekannten Sturm-und-Drang-Komponisten - namentlich von J. M. Kraus und J. B. Vanhal. Kürzere Werke von Franz Xaver Richter und den Bach-Söhnen Carl Philipp Emanuel und Johann Christian zeichnen die Musikentwicklung vom Spätbarock zu den Stürmern und Drängern nach.
Konzertprogramm
C. P. E. Bach, Sinfonie in G-Dur, WQ 180
J. C. Bach, Ouverture (Sinfonie) in D-Dur, Op. 3, Nr. 1
J. B. Vanhal, Kontrabasskonzert in D-Dur
F. X. Richter, Sinfonie in D-Dur
J. M. Kraus, Sinfonie Nr. 6 in cis-Moll, VB 140
Hochrheinisches Kammerorchester
Leonardo Muzii, Leitung
Wiktoria Czyżewska, Solistin Kontrabass
Konzertdaten Frühling 2026 :
9. Mai, 20 Uhr, Kirche St. Johannes in Döttingen
10. Mai, 19 Uhr, Kirche St. Martin in Lengnau
Unsere Solistin: Wiktoria Czyżewska
Wiktoria wurde 1997 in Warschau geboren, wo sie an der Karol-Szymanowski-Musikakademie zur Kontrabassistin ausgebildet wurde. Ihre Ausbildung setzte sie an der Hochschule für Musik in Luzern und an der Accademia Stauffer in Cremona fort. Von 2021 bis 2023 war sie als Akademistin im Orchester der Oper Zürich tätig. Als Stipendiantin wurde Wiktoria unter anderen auch durch das renommierte Bundes-Exzellenz-Stipendium der Schweizer Regierung unterstützt. Als Solistin und Kammermusikerin ist sie in Polen, Deutschland und der Schweiz aufgetreten.